Politischer Schlagabtausch an der Hanseschule Oedeme

Heiß her ging es in Oedeme am Mittwoch, 12.05.2021 in der 5. / 6. Stunde in der Aula der Hanseschule zu, merkte Kurslehrer Jan Herntrich an und war erfreut über die rege politische Diskussion, die sich die Schülerschaft des Wahlpflichtkurses Geschichte / Politik im Jahrgang 9 mit Frau Schröder-Ehlers lieferte. Der Kurs hat im Schuljahr 2020 / 2021 trotz der Covid-19-Pandemie an dem Projekt „JUNGER RAT für Schröder Ehlers“ teilgenommen.

Das Projekt gliederte sich dabei in zwei Termine. Beim ersten Termin der Anfang des Schuljahres im November stattfand, stellte Frau Schröder-Ehlers sich als Person, ihre Arbeit sowie politische Fragestellungen vor, die in der Region Lüneburg sowie im Niedersächsischen Landtag diskutiert werden. Nach einigen Nachfragen seitens der Lernenden wurde ziemlich schnell deutlich, dass der Kurs zum Bereich „Die Zukunft des Bezahlens“ arbeiten wollte.

Gesagt, getan. Nachdem der Themenbereich klar abgesteckt war, erfolgte erst eine großangelegte Recherche, um zu wissen, wie der aktuelle Diskussionsstand ist, welche Trends hinsichtlich des zukünftigen Bezahlens bereits vorliegen und welche Risiken eine Veränderung der gegenwärtigen Zahlungsgewohnheiten mit sich bringt.

Hiernach folgte die Suche nach einer geeigneten Fragestellung mit einer entsprechenden Gliederung für die anstehende Präsentation, die mit dem Programm „PowerPoint“ erstellt wurde. Der Kurs entwickelte daraufhin die Fragestellung „Bargeldabschaffung: Chancen und Risiken aus bürgerlicher Sicht“. Gerade die Schüler, die später selber als Bürger von der Thematik betroffen sind, wollten, dass ihre Perspektive sich in der Fragestellung wiederfindet. Zudem wurde bei der Erstellung der Gliederung darauf geachtet, dass das altbewährte Zahlungsmittel „Bargeld“ und der neue Zahlungstrend der „Kryptowährungen“ aufgenommen wurden. Auch ein historischer Abriss zum Thema Geld sollte mit in die Präsentation einfließen, um sich zu vergegenwärtigen, welche Funktionen dem Geld zugeschrieben werden müssen und welcher geschichtlichen Entwicklung das Geld bisher unterzogen worden ist.

Im nächsten Arbeitsschritt wurde der Kurs in mehrere Arbeitsgruppen eingeteilt, die sich den unterschiedlichen Themenblöcken „Geschichte des Geldes“, „Bargeld“ und „Kryptowährungen“ widmeten und hierfür sowohl Pro- als auch Kontra-Argumente aufstellten, um beide Seiten der Medaille zu beleuchten und schlussendlich zu einem vernünftigen Urteil zu kommen. Kurslehrer Jan Herntrich ergänzte, dass ein kritischer Diskurs nur erfolgen kann, wenn dieser mehrperspektivisch erfolgt und alle Argumentationslinien in die Urteilsfindung miteinbezogen werden. Die Schüler arbeiteten während des Projekts selbstständig und -organisiert in ihren Arbeitsgruppen weiter, wobei mehrere Unterrichtsdoppelstunden für das Projekt aufgewendet wurden.

Zu guter Letzt musste die Präsentation noch zusammengeführt und aufgehübscht werden; auch hierfür fanden sich zwei Schüler, die sich dieser Aufgabe annahmen. Als letzter Schritt stand die Generalprobe auf dem Programm, die erfolgreich bestritten wurde und der Kurs war für den Vortrag fertig präpariert.

Aufgrund der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie wurde die anstehende Präsentation zweimal verschoben und der Kurs hatte schon die Befürchtung, dass die Präsentation gar nicht mehr stattfinden würde. Glücklicherweise kam es doch anders und der 12. Mai 2021 wurde gemeinsam mit dem Büro von Frau Schröder-Ehlers terminiert.

Am Morgen des 12. Mai 2021 war es endlich soweit und der langersehente zweite Termin bzw. die abschließende Präsentation fand nach langer Warterei endlich statt. Zu Beginn der 5. Stunde war die Nervosität und die Spannung auf dem Höhepunkt; bis kurz vor Schluss waren die Gruppen in ihre Karteikarten bzw. ihr Vorbereitungsmaterial für den Vortrag vertieft und fragten sich gegenseitig ab. Hinzu kam noch, dass Frau Fischer als Schulleiterin, Frau Brose als 2. Konrektorin und Herr Sachau als Fachlehrer, der den Kurs im nächsten Schuljahr übernimmt, sich ebenfalls die Veranstaltung nicht entgehen lassen wollten und als Gäste anwesend waren. Als Frau Schröder-Ehlers mit ihrer Büroleiterin Frau Mertz in der Aula eintraf, hatte die Spannung ihren Höhepunkt erreicht; es wurde auf den Stühlen hin und her gerutscht und man sah der Schülerschaft an, dass sie aufgeregt waren. Dies ist auch verständlich, da man nicht jeden Tag eine Präsentation vor einer Abgeordneten aus dem Niedersächsischen Landtag hält. Um die kostbare Zeit zu nutzen, wurde unverzüglich mit der Präsentation begonnen und die Gruppen präsentierten sukzessive ihre einzelnen Themengebiete: Die Präsentation startete mit der Geschichte des Geldes; es folgte der Abschnitt über das Bargeld und der Bereich der Kryptowährungen bildete den Schlusspunkt des Vortrages. Nach der Präsentation zeigte sich Frau Schröder-Ehlers beeindruckt von der Qualität, die die Präsentation aufwies und lobt die Schüler, die sich ihres Erachtens tief in die Materie eingearbeitet hatten. Besonders hob sie den geschichtlichen Aspekt in Bezug auf die Entstehung des Geldes hervor und merkte an, sie habe heute selbst wieder etwas dazu gelernt!

Anschließend resümierte Frau Schröder-Ehlers die Präsentation, ging auf die einzelnen Themenbereiche ein und gab ihre Einschätzung ab; dabei deutete sie auch an, wie ihre Partei zu den einzelnen Themen stehe und was in der Fraktion darüber diskutiert werde. Anschließend hatten die Lernenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und es ergab sich ein regelrechter politischer Schlagabtausch hinsichtlich der einzelnen Inhalte. Dabei ging es um die Themen wie Kontrollierbarkeit, Datennutzung und Geldwäsche; allerdings wurde auch speziell auf das Thema Kryptowährungen eingegangen und die damit einhergehenden Aspekte wie Rechnerleistung und Stromverbrauch besprochen.

Ferner hatten die Schüler die Möglichkeiten, Frau Schröder-Ehlers zu anderen politischen Themen zu befragen, wie z. B. Klimawandel, Renaissance der Atomkraft, Stromkosten, Kapitalertragssteuer, Erbschaftssteuer, Steuerbelastung von Familien sowie der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.  Auch hier entbrannte schnell ein kontroverser Diskurs, bei der sich beide Parteien nichts schenkten! Auch Frau Fischer als Schulleiterin der Hanseschule klinkte sich in die Diskussion ein und gab zu bedenken, dass die Steuern auf das Mensaessen für die Schülerschaft zu hoch seien und dass diese einen großen Anteil von dem zu zahlenden Betrag für das Essen darstellen würden; würden diese gesenkt werden, könne mehr Geld in die Qualität des Essens fließen. Frau Schröder-Ehlers nahm diesen Impuls auf und versprach, diesen Vorschlag intern zu besprechen.

Nach Abschluss der Präsentation erhielten alle Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme am Projekt und es wurde noch ein Abschlussfoto vom Kurs mit Frau Schröder-Ehlers gemacht.

Weitere Illustrationen zum Projekt entnehmen Sie bitte der Fotostecke sowie der Pressemeldung von Frau Schröder-Ehlers.

Jan Herntrich

[1] Die Hanseschule bzw. der Wahlpflichtkurs im Jahrgang 9 unter der Regie von Kurslehrer Jan Herntrich nahm insgesamt zum zweiten Mal an dem Projekt: „JUNGER RAT für Schröder-Ehlers“ teil. Im letzten Schuljahr 2019 / 2020 erarbeitete die Schülerschaft eine Präsentation zum Thema: „Verhaltensweisen in sozialen Netzwerken“. Die Hanseschule Oedeme -Oberschule- ist die erste Oberschule in Lüneburg, die an dem Projekt, welches ansonsten von Gymnasien dominiert wird, teilnimmt.

[2] https://andrea-schroeder-ehlers.de/meldungen/junger-rat-fuer-schroeder-ehlers

Hier ist die Pressemitteilung von Frau Schröder-Ehlers:
https://hanseschule-oedeme.de/wp-content/uploads/2021/05/Pressemeldung-Frau-Schroeder-Ehlers-Rege-politische-Diskussion-an-der-Hanseschule-Oedeme-PM-3.pdf