Präventionskonzept

Präventionskonzept der Hanseschule Oedeme

Stand: Januar 2019

1__Unser Leitbild
2__Präventionsziele der Hanseschule Oedeme
3__Jahrgangsübergreifende Prävention
4__Jahrgangsinterne Prävention
4a__5. Jahrgang
4b__6. Jahrgang
4c__7. Jahrgang
4d__8. Jahrgang
4e__9. Jahrgang
4f__10. Jahrgang
5__„Respekt Coaches“
6__ Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen
7__Grundsätze der Präventions- und Konzeptarbeit

1. Unser Leitbild

Unser Leitbild bestimmt das Präventionskonzept maßgeblich.
Wichtige Inhalte sind in diesem Bezug:

  • Wir sind eine Schule, in der die Andersartigkeit jedes Einzelnen akzeptiert und wertschätzend miteinander umgegangen wird.
  • Der Umgang miteinander ist kein gegebener Zustand, sondern veränderlich und erlernbar.
    Wir legen Wert darauf, dass wir höflich und angemessen miteinander umgehen.
  • Wir sind eine Schule, die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten teamfähigen Menschen erzieht, die in der Lage sind sich und ihre Fähigkeiten einzuschätzen.
  • Wir sind eine Schule in der sich Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte wohl und sicher fühlen um erfolgreich lernen zu können.
  • Wir wollen in einer positiven Lernatmosphäre unseren Schülerinnen und Schülern Hilfestellung zur Persönlichkeitsentwicklung geben und sie so bei der Verwirklichung ihrer Interessen unterstützen.
  • Wir sind eine gesunde Schule und legen Wert auf ein aktives Schulleben in einer angenehm gestalteten Umgebung.
  • Wir betrachten Schule als Lebensraum und bemühen uns durch Ausstattung und Gestaltung Wohlbefinden zu fördern.

2. Präventionsziele der Hanseschule Oedeme

Prävention und Gesundheitsförderung zielen auf die Förderung von Lebenskompetenz und die Stärkung persönlicher Ressourcen. Kinder und Jugendliche sollen darin unterstützt werden, altersspezifische Entwicklungsaufgaben bewältigen und sich im täglichen Handeln als selbstwirksam erleben zu können, d. h. sich als Urheber von positiven Handlungen und deren Ergebnis.
Prävention und Gesundheitsförderung als Leitperspektive bedeutet absichtsvolles Handeln und Entwicklungsförderung des Einzelnen.
Die Hanseschule möchte eine Schulgemeinschaft fördern, in der sich ein gutes soziales Miteinander entwickeln kann.
Die Schülerinnen und Schüler sollen an der Hanseschule Oedeme lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und angemessen miteinander umzugehen. Zudem möchten wir unterstützen, dass Konflikte ohne Gewaltanwendung gelöst werden und ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung herrscht.
Diese Ziele werden von uns in die tägliche Unterrichtsarbeit integriert und durch zusätzliche Angebote (s. Folgendes) ergänzt.

3. Jahrgangsübergreifende Prävention

  • Trainingsraum
    Der Trainingsraum ist ein eigens eingerichteter Raum für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht stören und sich nicht an die geltenden Regeln halten. Der Aufenthalt im Trainingsraum hat das Ziel, die soziale Kompetenz eines wiederholt störenden Schülers zu erweitern. Im Trainingsraum soll mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern gemeinsam ein Weg entwickelt werden, unangemessenes Verhalten zu akzeptablem Verhalten zu verändern.
    Der Trainingsraum wird als Hilfsmaßnahme verstanden, nicht als Strafe. Das Konzept wird jedes Jahr überarbeitet und eventuellen strukturellen Veränderungen angepasst. Es kann jederzeit über Iserv eingesehen werden.
  • Schülervertretung (SV)
    Alle Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassen setzten sich regelmäßig in Sitzungen zusammensetzen, um schulische Themen zu erörtern.
  • Schulprojekte (z.B. Projektwoche), Tagesveranstaltungen und Aufführungen
  • Spieleausgabe und –ausleihe: „ Bewegte Pause“
  • Theaterpädagogische Projekte und Jugendtheater (z.B. Musical@School)
  • Medienerziehung
  • Konfliktlotsen und Konfliktlotsenausbildung im Jahrgang 9
    Speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen sind Ansprechpartner und Schlichter bei Konflikten zwischen Schülern.
  • Beratungsangebot
    Bei Konflikten und Problemen, nicht nur die Schule betreffend, stehen Beratungslehrerin, Schulsozialarbeiterin und die Vertrauenslehrkräfte hilfreich zur Seite.
  • BIT-Team
    Das Beratungs- und Interventionsteam der Schule trifft sich regelmäßig, um schul- und klasseninterne Probleme zu besprechen und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
  • No-blame-approach
    Um Fällen von Ausgrenzung und Mobbing zu begegnen, haben die Kolleginnen und Kollegen an einer Fortbildung zu dieser Methode des Umgangs mit derartigen Problemen teilgenommen.
  • Präventionsprojekte
    In Zusammenarbeit mit Beratungsstellen vor Ort (z.B. drobs, MaDonna, Brückenschlag, Schauspielkollektiv und ProFamilia).
  • Schulvermeidung
    Projekt in Zusammenarbeit mit dem ASD Stadt und Landkreis Lüneburg

4. Klasseninterne Prävention

In jeder Klasse hat die Klassenlehrkraft die Aufgabe, durch angemessene Maßnahmen das soziale Gefüge der Klassen zu verbessern und zu stärken.
Mögliche und häufige Methoden sind:

  • Klassenrat
    Regelmäßige klasseninterne Konfliktbewältigung unter der Eigenregie der Schülerinnen und Schüler
  • Klassenfahrten zur Verbesserung des sozialen Miteinanders
  • Sozialtraining mit der Klassenleitung nach Bedarf

Fest installierte Projekte sind:

Jahrgangstufe 5
  • Lions Quest
    Mit Lions Quest führen wir ein Jugendförderprogramm für 10- bis 14-jährige zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, das im Block oder als Wochenstunde angeboten wird, durch. Dazu gehören unter anderem: Der Erwerb von sozialen Kompetenzen, die Stärkung der kommunikativen Fähigkeiten und die Bewältigung von Konflikt- und Risikosituationen. Jeder Klassenlehrer einer 5. Klasse wird im Vorfeld in der Durchführung dieses Programmes geschult.
  • Eingangsphase mit Klassenlehrerprojekt in Klasse 5
    Um für die Schülerinnen und Schüler den Übergang von der Grundschule zu erleichtern, führen die Klassenlehrerinnen in einer einwöchigen Veranstaltung eine Orientierung mit den Schülerinnen und Schülern durch
  • Patenschaften
    für die 5. Klassen durch ältere Schülerinnen und Schüler (nicht durchgängig)
Jahrgangstufe 6
  • Lions Quest (s.o.)
  • Aufklärungseinheit zu aktuellen Themen (u.a. mit dem Kontaktbeamten der Polizei zu den Themen  Cybermobbing/ Diebstahl/ Vandalismus)
Jahrgangstufe 7
  • Drogenprävention (z .B. Tom und Lisa)
  • Sexualpädagogisches Projekt (profamilia)
  • Musical@school
Jahrgangstufe 8

Schauspielkollektiv (Themen wie Mobbing, Drogen. Gewalt…)

Jahrgangstufe 9

Präventionsprojekte (z. B. Fetales Alkoholsyndrom oder „K.O.-Tropfen“)

Jahrgangstufe 10

nach Bedarf und Absprache

5. „Respekt Coaches“

Ergänzend zum derzeitigen Präventionskonzept ist es durch Förderung des BMFSFJ im Jahr 2018 und 2019 (voraussichtlich darüber hinaus) möglich, das Ziel der Primärprävention durch Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler über die oben genannten Angebote hinaus durch Gruppenmaßnahmen durchzuführen.
Im Fokus steht dabei die Primärprävention von religiös bedingtem Extremismus und Radikalisierung von jungen Menschen zwischen 12 und 27 Jahren. Zielgruppe des Projekts sind ausdrücklich alle Schülerinnen und Schüler des oben genannten Alters.

Ziele der Primärprävention beinhalten Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz der Schülerinnen durch Wissensvermittlung und Kompetenzvermittlung:

  • Medienkompetenz
  • Soziale Kompetenz
  • Aufzeigen von Lebensperspektiven
  • Demokratie und Toleranz Lernen
  • Interreligiöse Kompetenz
  • Empowerment
  • Partizipation

Die Maßnahmen sind Gruppenangebote, die ressourcenorientiert und an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler orientiert, angeboten und durchgeführt werden.

Kooperationspartner und Träger der Angebote können Sozialträger, politische Bildungsträger und weitere qualifizierte Trainerinnen und Trainer sein.

Folgende Maßnahmen sind bislang geplant / bereits durchgeführt und werden nach einer positiven Reflexion und Evaluation ggf. in das Konzept aufgenommen und möglichst nachhaltig implementiert:

  • TEMP Projekte: „Cool sein – Cool bleiben“ – Workshop im 8.Jahrgang
  • The Social Networker: Medienkompetenz (Cybermobbing, Beeinflussung im Internet, etc.) Workshop im 7. Jahrgang
  • Schauspielkollektiv e.V.: “Jihad Baby“ Vorführung und anschl. Workshop für den 9.Jahrgang

Als zuständige Ansprechpartnerin für das Projekt ist Constanze Redeleit (AWOSOZIALe Dienste) für die Akquise und Organisation, Evaluation und weiter konzeptionelle Aufgaben zu erreichen unter: redeleit@awosozial.de

6. Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen

Im Rahmen von Prävention, Beratung und Einzelfallhilfe kooperiert die Hanseschule mit folgenden Einrichtungen und Beratungsstellen:

  • Schulpsychologischer Dienst
  • Jugendämter sowie Sozialraumteams Stadt und LK Lüneburg
  • (u.a. im Rahmen des Projektes „Verhinderung von Schulabsentismus“)
  • drobs
  • Schauspielkollektiv
  • profamilia
  • Kriminalpräventionsrat Lüneburg
  • Polizei (Kontaktbeamte/ Jugendbeauftragte)
  • MaDonna
  • Brückenschlag
  • Stadtteilhäuser (z.B. Geschwister-Scholl-Haus, HaLo, Salino)
  • Sozialraumteams Landkreis Lüneburg
  • Migrationsberatung AWOSOZIALeDienste
  • Schulsozialarbeiter aller Schulen in Stadt und LK Lüneburg
  • Erziehungsberatungsstelle
  • PKL / KJPP Lüneburg (Psychiatrie)
  • Einrichtungen der ambulanten und stationären Jugendhilfe
  • u.v.m.

7. Grundsätze der Präventions- und Konzeptarbeit

Die Projekte werden immer in Abstimmung und in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrkraft durchgeführt, da diese Hauptansprechpartner für die Belange der Klasse sowie der einzelnen Schülerinnen und Schüler ist. Im Idealfall hat sich ein stabiles Vertrauensverhältnis aufgebaut, so dass die Lehrkraft um die Gesamtsituation des Einzelnen weiß.

Die Klassenlehrkraft kann und sollte jedoch mit den Fachlehrkräften abstimmen, ob durch eine inhaltliche Überschneidung (z.B. Biologieunterricht) diese intensiv einbezogen werden sollte.

Schulsozialarbeit ist eine vernetzende Stelle in Schule, die die Kontakte zu Einrichtungen vor Ort intensiv pflegt und Präventionsprojektangebote an die Klassenlehrkräfte weiterleitet und ggf. organisiert.

Das BIT-Team hat zur Aufgabe, bei der Einhaltung des Präventionskonzeptes zu unterstützen. Das Präventionskonzept wird jedes Jahr zum Schuljahresbeginn vom BIT-Team in Zusammenarbeit mit Schulleitung und dem gesamten Kollegium überarbeitet und aktualisiert, sowie abschließend durch die Gesamtkonferenz bestätigt.